Berufskraftfahrer Grundqualifikation und Weiterbildung

Das Europäische Parlament und der Rat haben die Richtlinie 2003/59/EG vom 15. Juli 2003 über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- und Personenkraftverkehr (ABl. EU Nr. L 226 S. 4) erlassen. Danach wurden auch in der Bundesrepublik Deutschland mit dem "Gesetz zur Einführung einer Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer im Güterkraft- und Personenverkehr" (BKrFQG) (mehr ) sowie der „Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQV)" (mehr) verbindliche Regelungen geschaffen.

1. Allgemeine Grundlagen

Fahrerinnen und Fahrer, die gewerblich im Güterkraft- und Personenverkehr tätig sind, müssen eine Grundqualifikation und später in einem periodischen Turnus von 5 Jahren eine Weiterbildung nachweisen. Der Güterkraftverkehr bezieht sich auf die Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C und CE. Im Personenverkehr sind es die Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D und DE. Im Führerschein erfolgt als Nachweis in der Spalte 12 in der Zeile der jeweiligen Klasse die Eintragung der Schlüsselzahl 95(TT.MM.JJ) (Datum des Fristablaufs der Grundqualifikation oder Weiterbildung). Diese Regelungen treffen auch auf Fahrerinnen und Fahrer aus anderen EU-Ländern zu, welche in Deutschland tätig werden. Auch Fahrerinnen und Fahrer aus Deutschland, die in EU-Ländern tätig werden, müssen dort die Schlüsselzahl 95(TT.MM.JJ) nachweisen.

2. Grundqualifikation

Die Grundqualifikation wird durch Besitzstand oder durch Ausbildung mit anschließender Prüfung nachgewiesen.

2.1 Besitzstand
  • Fahrerinnen und Fahrer, die bis zum 09.09.2008 im Besitz der Fahrerlaubnisklasse(n) D1, D1E, D oder DE sind, gelten in dieser Fahrerlaubnisklasse als grundqualifiziert, gemäß § 3 Nr. 1 BKrFQG.
  • Fahrerinnen und Fahrer, die bis zum 09.09.2009 im Besitz der Fahrerlaubnisklasse(n) C1, C1E, C oder CE erworben haben und noch im Besitz der Fahrlehrerlaubnisklassen sind, gelten in dieser Fahrerlaubnisklasse als grundqualifiziert, gemäß § 3 Nr. 2 BKrFQG.
2.2 Grundqualifikation

Nach den unter 2.1 genannten Stichtagen ist eine Grundqualifikation nachzuweisen. Die Grundqualifikation wird einerseits durch eine Berufskraftfahrer-/Berufkraftfahrerinnen-Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz oder im Rahmen einer Umschulung zum Berufskraftfahrer/Berufkraftfahrerinnen erworben.
Andererseits können Inhaber einer der oben genannten Fahrerlaubnisklasse(n) auch mittels Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Grundqualifikation erwerben. Je nach Alter des Inhabers/der Inhaberin der Fahrerlaubnis ist die Prüfung von unterschiedlicher Dauer. Eine verkürzte Prüfung ist nach Teilnahme an einer beschleunigten Grundqualifikation, bestehend aus 140 Ausbildungsstunden a 60 Minuten, davon 10 Ausbildungsstunden praktischer Teil, in einer anerkannten Ausbildungsstätte (siehe unten) möglich.

3. Weiterbildung

3.1. Inhaber der Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D und DE, die gewerblich Personenverkehr durchführen, müssen seit dem 10. September 2013 eine Schlüsselzahl 95(TT.MM.JJ) nachweisen.

3.2 Inhaber der Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C und CE, die gewerblich Güterkraftverkehr durchführen, müssen seit dem  10 September 2014 eine Schlüsselzahl 95(TT.MM.JJ) nachweisen.

Die Weiterbildung beträgt mindestens 35 Ausbildungsstunden a 60 Minuten. Sie kann in den Güterkraftverkehrsklassen oder in den Busverkehrsklassen oder gleichzeitig für beide Bereiche durchgeführt werden. Ist eine Fahrerin/ein Fahrer in beiden Gewerben tätig, muss sie/er sich nur einmal in diesem Zeitraum weiterbilden.

4. amtlich anerkannte Ausbildungsstätten

4.1 Fahrschulen der Klasse CE und/oder DE, deren Fahrschulerlaubnis nicht ruht, können die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung durchführen.

4.2 Tätige Ausbildungsstätten nach dem Berufsbildungsgesetz können die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung durchführen.

4.3 Tätige Bildungsbetriebe nach dem Berufsbildungsgesetz können die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung durchführen.

4.4 Weiterhin können sich Unternehmen, Institutionen oder natürliche Personen als Ausbildungsstätte anerkennen lassen. Nach einem förmlichen Anerkennungsverfahren gemäß § 7 Absatz 2 BKrFQG und § 6 BKrFQV, sind diese Ausbildungsstätten berechtigt, die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung in deren zugelassenen Schulungsräumen oder auf Übungsplätzen im jeweiligen Anerkennungsbereich der Erlaubnisbehörde, hier im Land Brandenburg, durchführen.

Im Bereich Service können Sie weitere Informationen nachgelesen. Dort finden Sie:
  • eine Checkliste für den Antrag auf Anerkennung als Ausbildungsstätte nach § 7 Absatz 1 Nummer 5 in Verbindung mit Absatz 2 Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz,
  • Muster der Bescheinigungen für die beschleunigte Grundqualifikation und Weiterbildung aller Ausbildungsstätten,
  • die im Land Brandenburg tätigen Ausbildungsstätten und
  • externe Links zum Land Berlin und der Industrie- und Handelskammer im Land Brandenburg (Kammerbezirke).